Landesgruppe Niedersachsen

 

 
Flyball ......

oder, lasst die Bälle fliegen!

 

„Fliegender Ball”

.........ein mitreißendes Spiel und rasanter Mannschaftssport für ballverliebte (oder ballverrückte ?) und arbeitsfreudige Hunde und ihre Menschen. Die Hunde können dabei  alle ihre Vorzüge von Schnelligkeit, Springfreude und Apportierfähigkeit einsetzen. Neben ihrer Arbeitsfreude und einer hohen Sozialverträglichkeit benötigen die Vierbeiner mentale Stärke und eine sehr gute körperliche Verfassung, wenn sie diese Sportart betreiben sollen. Ein regelmäßiges Ausgleichstraining sollte für einen “Flyball” spielenden Hund selbstverständlich sein. Gesunde Hunde aller Rassen oder Mischlinge - ob groß oder klein – sind im Flyballsport zu sehen. 

Unsere Hütehunde lieben es, gemeinsam mit ihren Menschen zu arbeiten, dabei mögen sie aber auch die Abwechslung. Was liegt also näher, sich mit Flyball zu beschäftigen? Dass Flyball Spaß macht, weiß mein Sheltie Duks seit dem Frühsommer  2004, als er mit einigen Hundefreunden in seinem Hundesportverein mit dem ersten Fly-Ball-Training begann. Durch die kleinste „Lindhorster Flitzpfote“ Oiva hat sich  der Flyball-Spaß gesteigert und gehört zu den festen sportlichen Aktivitäten meiner Shelties.
Erfreulicherweise findet Flyball immer mehr Anhänger. In Niedersachsen sind mir jetzt neun Mannschaften bekannt, die entweder Interessengemeinschaften von Rassehundevereinen oder Hundesportvereinen angehören.
 


Diese spannende Hundesportart entstand in den siebziger Jahren in Amerika. Dort gab es einen Menschen, der für seinen ballverliebten Hund eine Box baute, die der Hund mit der Pfote betätigen musste. Zur Belohnung flog  ein Ball heraus, der vom Hund geschnappt wurde. Da der Ball sehr hoch aus der Box herausflog, entstand der Name Flyball. Es muss offensichtlich viele Nachahmer für dieses neue Spiel gegeben haben, denn Flyball entwickelte sich schnell zu einer beliebten Hundesportart. Der Flyballbox  wurden nun noch vier Hürden hinzugefügt, über die der Hund erst springen musste, um sich nach Betätigung der Flyballbox „seinen“ Ball zu holen. Heute wird Flyball als Mannschaftsport durchgeführt
Die Fan- Gemeinde für diese tolle Hundesportart hat sich erfreulicherweise vergrößert, denn immer mehr Menschen haben  Spaß daran, mit ihrem Hund in einer Gruppe zu arbeiten. Einige Hundeführer genießen nur das regelmäßige Flyballtraining mit den Gleichgesinnten, andere hat der Turnierkick gepackt und sie stellen sich den Wettkampfanforderungen. Hier  ist die Entwicklung in den letzten Jahren mit Riesenschritten vorangegangen und heute wird um Bruchteile von Sekunden hart gekämpft.
 

Zur materiellen Grundausstattung im Flyball gehören eine Flyballbox, vier Hürden, viele Bälle in drei Größen mit zahnschonender Beschichtung, Einfädelhilfen,  Trenn-/ Schutzzäune, Pylonen, Stäbe, Dummybox.
Die vier Hürden haben je eine Innenbreite von 60 cm. Sie werden in einem Abstand von je 3,05 m  aufgestellt. Der Weg von der 4. Hürde zur Flyballbox beträgt 4,57 m, die gesamte Lauflänge des Parcours 31,10 m. Die Sprunghöhe der Hürden liegt zwischen 17,5 cm und 35 cm. Es können also in einer Mannschaft Hunde von unterschiedlicher Größe starten. Für die ganze Mannschaft richtet sich die Sprunghöhe der Hürden nach der Größe des kleinsten Hundes.
 




Flyball ist eine Teamsportart. Eine Flyballmannschaft besteht aus vier Hunden (nach Möglichkeit noch zwei Ersatzhunden), ihren Hundeführern, 1-2 Helfern  und einer Person, die die Bälle in die Box nachlädt, dem Ballloader. 

 

Er muss alle Hunde gut kennen; beispielsweise auf welcher Seite der Box springt der Hund zur Schwimmerwende auf, welche Ballgröße benötigt er. Der Ballloader motiviert den Hund durch  individuelles Rufen auf seinem Weg zur Flyballbox.

 

Die Flyballbox hat sich im Laufe der Jahre verändert. Es werden in der Regel Frontdesignboxen eingesetzt. Durch den korrekten Aufsprung auf die Vorderfront der Flyballbox löst der Hund den Mechanismus aus, der Ball fliegt gerade heraus und kann schnell vom Hund gefangen oder aufgenommen werden. Die Motivation  des Hundes wird dadurch noch mehr gesteigert. Der große Vorteil beim Einsatz  dieser Art Boxen liegt darin, dass der Hund - um seinen Ball zu bekommen -  die körperfreundliche Schwimmerwende  ausführt. Eine korrekt ausgeführte Schwimmerwende ist eine zeitsparende Technik und lässt den Hund sicher den Rückweg über die richtige Hürde finden. Hinter  der Ziellinie  (dort darf der Ball fallen) wartet der Hundeführer, vollzieht mit seinem Hund  gemeinsam den Auslauf und hält eine Belohnung für ihn bereit; am besten eignen sich Zergel aller Art.

 
Flyball ist eine Art Staffellauf zwischen zwei Mannschaften, die jeweils auf der roten oder der blauen Bahn gegen einander laufen. Jeder Hund überspringt auf das Kommando seines Hundeführers so schnell wie möglich die vier Hürden auf dem Weg zur Flyballbox. Durch seine Schwimmerwende löst er den Mechanismus auf der Box aus und der Ball wird herausgeworfen und geschnappt. Mit dem Ball in der Schnauze wird schnell der Rückweg angetreten.

Schöne Schwimmerwende und
Schnappen des Balles


In der Zielzone wechselt er mit dem  nächsten Hund aus seiner Mannschaft.  Je besser und enger diese Wechsel ausgeführt werden, umso schneller ist eine Mannschaft. Gute Wechsel entscheiden mit über Sieg oder Niederlage. Fehler wie beispielsweise Ballverlust, Frühstart werden über eine Ampel (EJS, jedem Hund ist eine Farbe zugeordnet) angezeigt. Der Hund, der einen Fehler verursacht hat, muss einen zusätzlichen Lauf machen. Das heißt für seine Mannschaft Zeitverlust.
Die Hunde arbeiten selbständig, die Hundeführer laufen nicht mit. Sie feuern ihre Hunde an. Das geschieht sehr lautstark, was die Vierbeiner enorm anspornt. Flyball ist eben nicht leise.

Perfekter Wechsel auf der
Start-/ Ziellinie von
Border Collie zum Sheltie



Auf diesen Bildern wird deutlich, welche mentale Stärke und soziale Kompetenz von Hunden im Flyball erwartet wird; der Border Collie läuft aus, der Kurzhaarcollie  wechselt mit ihr perfekt
 

In der Regel lernen alle Hunde die einzelnen Sequenzen und Techniken für diesen Sport schnell, das Erlangen der mentalen Reife ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Klarheit, Liebe, Geduld und Stressvermeidung sollte u.a. den Hundeführer auszeichnen.
Hund und Hundeführer sollen gemeinsam in einzelnen Schritten lernen, Flyball richtig, mit viel Spass und für den Hund gesundheitsschonend zu spielen

Auf der Flyballbox soll der Hund die gesundheitsschonende Schwimmerwende vollziehen. Zuerst wird herausgefunden über welche Seite (rechts oder links) der Hund sich mit Vorliebe dreht, entsprechend lernt er im Training das Umlaufen der Pylone oder eines Stabes als Vorübung für die Schwimmer-wende  immer über diese Seite. Außerhalb des Trainings ist es wichtig, auch die andere Körperseite einzusetzen.



Hier wird die Schwimmerwende auf der richtigen Flyballbox (auch immer noch ohne Ball) trainiert. Das Brett als Hilfshürde verleitet den Hund zum guten Aufsprung auf die Box, der notwendig ist, um später den Ball aus der Box in eine gute Bahn zu bringen. Sehr schön eng wird hier die Schwimmerwende vom Sheltie ausgeführt

Parallel wird das Überspringen der Hürden geübt, entweder mit Hilfszaun oder ohne. Der unterschiedliche Einsatz von Hilfsmitteln (beispielsweise Einlaufhilfen, sonstige Begrenzungen) richtet sich  immer nach dem individuellen Leistungsstand des Hundes. Es gibt Hunde, die fühlen sich  innerhalb der Zäune erst einmal viel sicherer.


So fügt sich dann Stück für Stück zusammen und es fängt an, wie Flyball aus zu sehen. Je nach Temperament und Schnelligkeit lernen Hund und Hundeführer den Parcours allein mit unter-schiedlicher Einlaufdistanz zu meistern. Später kommt dann das Training der Wechsel hinzu, wie es auf den  Bildern unten sehr schön zu sehen ist







      Wechseltraining mit Zaun

 
Wechseltraining ohne Zaun
 


Immer wieder schön an zu sehen sind die „Briten“ bei ihrer Arbeit
 

 

Text und Zusammenstellung: Jutta Eichhorst
Fotos: Claudia Träger
www.huetehundfotos.de