Landesgruppe Niedersachsen

 

Aktuell zur MDR1 Thematik
 



Informationsblatt MDR1-Gen

 

MDR-1 Screening bei Collie und Sheltie ab dem 1. Januar 2010

In Abstimmung mit dem VDH hat die Hauptversammlung des CfBrH am 14. November 2009 beschlossen, dass alle Rüden und Hündinnen der Rassen Collie Langhaar und Collie Kurzhaar und Sheltie ab dem 01.01.2010 vor Zuchteinsatz einen Gentest auf MDR-1 bei der Zuchtbuchstelle vorlegen müssen.

Anerkannt werden nur direkte Tests auf die Deletion nt230(del4), die z.B. von der Universität Gießen und Laboklin durchgeführt wurden.
Bereits vorliegende Ergebnisse, die auf einem Markertest beruhen, werden nicht anerkannt, (z.B. Untersuchungsergebnisse von Genocanin).
Über die Zuchtbuchstelle ist ab sofort ein Untersuchungsbogen gegen eine Auswertungsgebühr von 33,- € zu beziehen, der zusammen mit durch von einem Tierarzt entnommener Blutprobe oder Wangenabstrich von diesem Tierarzt an das vom CfBrH benannte Labor zu senden ist. Sollten Sie bereits ein Ergebnis von Genocanin eingereicht haben, erhalten Sie den Untersuchungsbogen gegen eine reduzierte Gebühr.
Entsprechend wurde folgende Ergänzung als §5 (2.3.5), §5 (2.4.5) und §5 (2.6.5) in die Zuchtordnung aufgenommen:
„MDR-1 Screening
Rüden und Hündinnen, die zwischen dem 01.01.10 und dem 31.12.12 zur Zucht eingesetzt werden, müssen vor Zuchteinsatz ihren genetischen MDR-1 Status nachweisen. Ein Nachweis aufgrund des MDR-1 Status der Elterntiere ist nicht zulässig.“
Ziel des Screenings ist es, den genetischen MDR-1 Status unserer Zuchthunde zu ermitteln. Für ausländische Deckrüden muss daher kein MDR-1 Testergebnis vorgelegt werden.

 

Peine, 25.10.2009
 

Liebe Colliefreunde,

nachdem das Amt des Rassebetreuers der Rasse Collie Langhaar seit geraumer Zeit nicht besetzt war und auch kein Stellvertreter zur Verfügung stand, habe ich mich bereit erklärt, dieses Amt kommissarisch bis auf Weiteres zu übernehmen, damit gerade in der MDR1 – Diskussion die Rasse Collie in der Innen- und Außenwirkung entsprechend vertreten wird.

Es ist sehr bedauerlich, dass der Ruf unserer liebevollen Rasse Schaden genommen hat und unter den Colliezüchtern eine große Verunsicherung entstanden ist. Sicherlich hatte sich niemand etwas Böses dabei gedacht, als wir vor ca. gut drei Jahren den ersten  Aufforderungen der Uni Gießen folgten, Blutproben unserer Collies zwecks eines MDR1 – Gentest einzuschicken. Wusste man doch bereits seit vielen Jahren, dass Collies und zum Teil auch artverwandte Rassen empfindlich auf den Wirkstoff Ivermectin reagierten, so sollte nun der Grund in einer genetischen Mutation des Gens MDR1, des Gens, welches  für die Blut-Hirn-Schranke zuständig ist, begründet sein. Um Gewissheit und noch mehr Informationen darüber zu gewinnen, haben wir auch gerade als Colliefreunde dieses wissenschaftliche Interesse auch mit den Test unserer Collies unterstützt. Gern kamen wir entsprechenden Aufrufen im Sinne der Wissenschaft und Forschung nach, denn wir wollten bezüglich der entsprechenden Medikamentensensibilität Klarheit haben. Niemand von uns dachte zu diesem Zeitpunkt wohl daran, Lobbyismus und Monopolismus zufördern oder Bestimmungen zu schaffen, die unsere züchterische Freiheit einschränken sollten. Schon gar nicht war uns daran gelegen, dass  MDR1 – Kampagnen im Internet den Ruf der Rasse Collie beschädigen. Ich möchte niemanden unterstellen, dass vorsätzlich oder eigennützig solche Kampagnen initiiert wurden, man hat wohl die Folgen ganz einfach unterschätzt. Die Rufschädigung, die den Collies dadurch zugefügt wurde, ist wohl schwerlich wieder gut zu machen. Unser Ziel muss es erstmal sein, den Ruf des Collies, als gesunde und widerstandsfähige Rasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca. 14 Jahren in der Öffentlichkeit wieder herzustellen. Darüber hinaus sollten wir ein mehrjähriges Screening mit den Zuchthunden durchführen und dieses wissenschaftlich begleiten. Ob eine Meidezucht auf MDR1 -/- möglich und notwendig ist, sollte an weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse geknüpft sein.
Nach bisheriger These hat sich diese Genmutation über zwei Jahrhunderte in der Kynologie gehalten und verbreitet, ohne dass gesundheitliche Schäden aufgetreten sind.

Hier eine Zusammenfassung der für uns interessanten wissenschaftlichen Ergebnisse zweier Untersuchungen von Dr. Mark Neff von der Universität von Kalifornien und seinen Kollegen aus den Jahren 2001 und 2004 zur Verbreitung und genetischen Variationen der MDR1-Mutation (übersetzt und zusammengefasst von Sarah Boyd):

Mark Neff und Kollegen untersuchten über hundert Hunderassen auf MDR1-Mutationen im Genom und sind dabei auf über 10 verschiedene Varianten der MDR1-Mutation gestoßen. Basierend auf diesen verschiedenen Varianten und deren relativer Häufigkeit in den einzelnen Rassen konnten die Forscher berechnen, dass die ersten MDR1-Mutationen zwischen 1400 und 1700 aufgetreten sein müssen und danach durch Verpaarungen zwischen den damals noch gar nicht etablierten Rassen verbreitet wurden.
Interessanterweise tritt die MDR1-Mutation heute in den Stichproben der Forscher in gleichem Maße bei englischen und amerikanischen Collies auf.
Insbesondere weisen die Forscher auf einen vermuteten Zusammenhang zwischen der MDR1-Mutation und der Langhaarigkeit hin, was beim Shetland Sheepdog und beim Lomghaired Whippet zu einer Konzentration auf einen bestimmten Typ der MDR1-Mutation führte. Ein überraschendes Ergebnis der Studie war, dass einzelne Sighthound-Rassen (auf Sicht jagende Jagdhunde) ebenfalls von der MDR1-Mutation betroffen sind. Neff und Kollegen folgern daraus Verpaarungen zwischen den Rassen noch im 20. Jahrhundert.
Bezogen auf den Zusammenhang zwischen MDR1-Mutation und Ivermectin-Sensitivität weisen Neff uns Kollegen darauf hin, dass trotz bestätigter Ivermectin-Sensitivität bei den Rassen Border Collie, Bearded Collie und Australian Cattle Dog bislang keine MDR1-Mutationen entdeckt wurden, und dass Medikamenten-Unverträglichkeit in den seltensten Fällen auf ein einzelnes Gen zurückgeführt werden kann. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass auch bei heterozygot betroffenen Collies wissenschaftliche Belege über Medikamenten-Unverträglichkeiten vorliegen.
Doch was den einen Medikamenten ein Fluch, kann den anderen ein Segen sein: Bei MDR1 (-/-)-Hunden können Krebsgeschwüre besser medikamentös behandelt werden, weil die Krebsmedikamente leichter in den Tumor eindringen und dort wirken können.
Abschließend empfehlen die Wissenschaftler, zunächst die Tierärzteschaft aufzuklären und vor einer Therapie mit Ivermectin oder vergleichbaren Medikamenten einen MDR1-Gentest zu verlangen. Gleichzeitig warnen sie wegen der starken Verbreitung der MDR1-Mutation bei den Collies vor übereilten Zuchtprogrammen, die viel schwerwiegendere Folgen für die Gesundheit unserer Rasse haben können: Selbst wenn nur bei 10% einer Rasse die Mutation (rein oder mischerbig) vorliegen würde, müsste man über mehrere Generationen daran arbeiten, den Genpool nicht zu sehr einzuengen.


Neuere aussagekräftige wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es bis heute darüber hinaus noch nicht. Somit sollte mit dem Thema MDR1 weiterhin seriös und ohne Panik umgegangen werden. Übereilte Zuchtmaßnahmen sind absolut unnötig, den die MDR1 – Genmutation gibt es seit einigen Hundertjahren.

In Kürze werden wir ein Aufklärungsblatt über problematische Arzneimittel und entsprechende Ersatzarzneimittel herausgeben.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Claus-Peter Fricke

komm. Rassebetreuer Collie Langhaar

 

 

 


MDR1-Züchtertagung in Alsfeld


Am 10. Oktober kamen Züchter von Collies und Shelties zusammen, um unter den veränderten Rahmenbedingungen gemeinsam und konstruktiv über die Herausforderungen von MDR1 für unsere Zucht zu diskutieren. Um alle Züchter über den aktuellen Forschungsstand zum Thema MDR1 zu informieren, lud der Club die Mikrobiologin Fr. Dr. Kühnlein und die Tierärztin Fr. Dr. Breu ein, die objektiv und umfassend berichteten. Der Einladung unseres Präsidenten sind auch Vertreter des DCC gefolgt, mit dem wir unser Vorgehen bei MDR1 eng abstimmen.

Die Kernaussagen der Vorträge waren:

Bei MDR1 handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Mutation. Diese Mutation im MDR1-Gen ist bereits mehrere hundert Jahre alt und hat sich so in verschiedenen Hunderassen verbreitet. Bis jetzt ist bekannt, dass neben den Britischen Hütehunden z.B. auch Wäller und Schäferhunde von dieser Mutation betroffen sind. Offenbar verursachte diese Mutation den betroffenen Hunden aber keine Nachteile im alltäglichen Leben, denn sonst wären Hunde mit dieser Mutation nicht seit so langer Zeit unentdeckt geblieben und erfolgreich in der Zucht eingesetzt worden. Heute ist der Anteil der MDR1-Mutation im Genom unserer Collies so hoch, dass ein restriktives Zuchtprogramm schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die gesamte Rasse hätte.

Ein MDR1-Test ist in der heutigen Zeit trotzdem sinnvoll und zu empfehlen, damit ein Tierarzt die bestmögliche Behandlung für Ihren Hund wählen kann. Die Medikamente, die im Zusammenhang mit MDR1 immer wieder als gefährlich aufgeführt werden, können dann nämlich in der richtigen Dosierung gefahrlos verabreicht oder durch ein genauso wirksames Alternativpräparat ersetzt werden.

Am Ende stand für unsere Züchter fest, dass ein MDR1-Zuchtprogramm wie noch in diesem Sommer angedacht weder sinnvoll noch zu verantworten ist. Die Mehrheit der Züchter sprach sich für ein Screening aller Zuchthunde als Voraussetzung für die Erörterung möglicher weiterer Schritte in der Zukunft aus. Außerdem wurde festgestellt, dass unsere verantwortungsvollen Züchter bereits seit Jahren MDR1 neben den anderen zuchtrelevanten Aspekten wie CEA, HD, etc. in ihre Zuchtüberlegungen mit einbeziehen: der Selbstreinigungsprozess ist bereits in vollem Gange, eine unüberlegte Beschleunigung von außen kann hier nur schaden.

Die öffentliche Diskussion über MDR1 bei Collies und Shelties täuscht allzu häufig darüber hinweg, dass es sich bei diesen beiden Rassen um ausgesprochen gesunde Hunde mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 14 bis 16 Jahren handelt, die ihren Tierarzt fast ausschließlich zum Impfen sehen. Es muss Aufgabe von VDH, CfBrH und DCC sein, gemeinsam das Ansehen dieser schönen Rassen in der Öffentlichkeit wieder herzustellen und überzogene Aussagen zu korrigieren.
 

Erika Heintz, stellv. Präsidentin,
im Namen des Arbeitskreises MDR-1
 

 



VDH hebt am 27.8.2009 Beschluss auf
Schreiben des VDH vom 27.08.2009


Bekämpfung des MDR1-Defektes bei den Rassen Collie und Sheltie

Sehr geehrter Herr Borchers,
sehr geehrter Herr Wirth,

wie mit Schreiben vom 23. Juli 2009 angekündigt, hat sich der VDH-Vorstand in seiner Sitzung am 17. August 2009 erneut mit der Bekämpfung des MDR1-Defektes bei den Rassen Collie und Sheltie befasst.

Nach ausführlicher Beratung hat der VDH-Vorstand beschlossen:

1. Die Beschlüsse des VDH-Vorstandes vom 08. Juni 2009 zur Bekämpfung des MDR1-Defektes bei den Rassen Collie und Sheltie werden aufgehoben.

Sie bleiben als Empfehlung für die betroffenen Zuchtvereine und Züchter unverändert in Kraft (Untersuchung der Zuchttiere in allen betreffenden Zuchtvereinen auf den MDR1-Defekt mit dem Ziel, keine -/- Nachkommen zu erzeugen).

2. Die Zielsetzung des VDH-Vorstandes ist nach wie vor, nach erneuter Aufarbeitung aller vorliegenden Daten und Informationen sowie der Erkenntnisse von noch in Auftrag zu gebenden Gutachten ein verbindliches Zuchtprogramm zu verabschieden.

Ziel muss es sein, dass einerseits die ursprüngliche Vorgabe, möglichst keine -/- Nachkommen mehr zu erzeugen, langfristig erreicht wird, andererseits die Zuchtbasis aber nicht in einer Weise eingeschränkt wird, dass die genetische Diversität der Rassen zu stark verloren geht.

In das Verfahren sind sowohl die betreffenden Zuchtvereine als auch der VDH-Zuchtausschuss und der Wissenschaftliche Beirat des VDH eng einzubeziehen.

3. In einem zeitnahen Treffen mit Vertretern der betroffenen Zuchtvereine soll der Sachstand erörtert und den Zuchtvereinen Gelegenheit gegeben werden, ihre Sichtweise darzulegen.
Der VDH wird seine Zielsetzung sowie das weitere Vorgehen erläutern.

Entsprechend Punkt 3 möchten wir Vertreter Ihrer Vereine zu einem Treffen am Rande der Bundessieger-Ausstellung 2009 in Dortmund einladen:

Freitag, 16. Oktober 2009
17:30 Uhr
Kongresszentrum Westfalenhallen Dortmund

Ein Rückmeldebogen ist beigefügt.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Meyer
Hauptgeschäftsführer

 

11.08.2009

Allgemeine Züchtertagung zum Thema MDR 1

Samstag, 10. Oktober 2009, 14:00 Uhr
Hotel " Zur Schmiede"
Ziegenhainer Str. 26, 36304 Alsfeld-Eudorf

Tel.: 0 66 31/79 38 30

Referentin: Frau Dr. Ines Langbein-Detsch
Tagungsleitung: Präsident Peter Borchers & Referentin für Zuchtfragen Vera Bochdalofsky


Im Anschluss an den Vortrag ist eine allgemeine Diskussion über die Maßnahmen des CfBrH geplant.
Herzlich eingeladen sind die Züchter der betroffenen Rassen und alle Interessierten.

 

Liebe Züchter, liebe Mitglieder,

am 01. November 2008 vereinbarten wir und der DCC mit dem VDH und dem Wissenschaftlichen Beirat, ab Januar 2010 ein Screening der Rassen Collie und Sheltie auf Veränderungen im MDR-1-Gen durchzuführen. Ziel dieses Screenings sollte es sein, mögliche nachteilige Auswirkungen eines noch näher zu definierenden MDR-1-Zuchtprogramms für die Gesundheit der Rasse (z.B. HD, CEA, etc.) sowie für die Breite der Zuchtbasis (z.B. Erhalt einzelner Blutlinien, Farbschläge) mit wissenschaftlichen Methoden beurteilen zu können. Gemäß der neuen VDH-Zuchtordnung ist jeder Rassehundezuchtverein im VDH seit  desem Jahr dazu verpflichtet, neu entwickelte Gentests bei seinen Züchtern in Form von Reihenuntersuchungen  einzufordern, wenn eine Rasse in Verdacht gerät, befallen zu sein. Über ein mögliches Zuchtprogramm ist auf Grundlage der so gewonnenen Daten und in Abwägung zu den anderen Zielen der Rassehundezucht (Gesundheit, breite Zuchtbasis, Schönheit) zu entscheiden.  

Im Jahr 2009 sollten diese und andere Gründe für das geplante Screening auf den Züchtertagungen der betrachteten Rassen erläutert werden, um auf der außerordentlichen Hauptversammlung im November die notwendigen Anpassungen an der CfBrH-Zuchtordnung für ein auf 1–2 Jahre befristetes Screening zu verabschieden.

Völlig überraschend wurde der CfBrH am 19. Juni 2009 per Fax über einen Beschluss des VDH-Vorstands vom 8. Juni 2009 informiert, demzufolge ein umfangreiches MDR-1-Zuchtprogramm für Collies und Shelties bereits ab November 2009 umzusetzen gewesen wäre, ohne dass vorher eine ausreichend mit Daten belegte Abwägung erfolgt ist.

Während in der Cluböffentlichkeit daraufhin der VDH und einzelne Mitglieder des Präsidiums wiederholt und in teilweise unangemessener Form angegriffen wurden, haben wir in den letzten Wochen Tag und Nacht daran gearbeitet, dem VDH unser Unverständnis und die Gefahren für die Zukunft der betroffenen Rassen zu erläutern. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei all jenen bedanken, die uns in unserer Arbeit vertraut, ermutigt und unterstützt haben und es immer noch tun. Es ist zu spüren, wie viel Herzblut bei vielen unserer Züchter in ihren Zeilen untereinander, an das Präsidium und an den VDH zum Ausdruck kommt.

Seit der Mitteilung des Beschlusses am 19. Juni haben wir unermüdlich die Rücknahme des unserer Meinung nach unangemessenen Zuchtprogramms gefordert und in zahllosen Telefonaten und verschiedenen schriftlichen Stellungnahmen ein gemeinsames und vertretbares Vorgehen für MDR-1 beim VDH verlangt. Auf diese Weise haben wir dem VDH unseren Standpunkt deutlich machen können, und am 17. August wird der VDH-Vorstand sich unter Einbezug unserer Stellungnahmen erneut mit dem Thema MDR-1 auseinandersetzen. Ein ursprünglich für den 26. Juli vorgesehenes Gespräch wurde deshalb vom VDH auf einen noch zu vereinbarenden Termin nach dem 17. August verschoben, um die neu gewonnenen Erkenntnisse angemessen berücksichtigen zu können.

In Anbetracht der erheblichen Ängste und Unsicherheiten bezüglich MDR-1 sowie der begründeten Zweifel an der Rechtmäßigkeit des VDH-Beschlusses vom 8. Juni 2009 unter unseren Züchtern sei an dieser Stelle und in enger Abstimmung mit dem DCC darauf hingewiesen, dass der Beschluss des VDH für unsere Züchter zunächst nicht bindend ist. Entscheidend für unsere Zucht ist, was in der CfBrH-Zuchtordnung steht. In welcher Form wir in Zukunft MDR-1 in unserer Zuchtordnung berücksichtigen, werden wir gemeinsam mit DCC und VDH vor der außerordentlichen Hauptversammlung im November 2009 festlegen und dort zur Abstimmung bringen. 

Bitte lassen Sie sich durch die Geschehnisse der letzten Wochen nicht dazu verleiten, nur noch einen Aspekt für die Wahl des eigenen Zuchttieres oder für die Auswahl des geeigneten Zuchtpartners zu berücksichtigen. Die Einbeziehung aller zuchtrelevanten Merkmale ist die wichtigste Grundvoraus­setzung für eine gesunde, erfolgreiche und nachhaltige Rassehundezucht. Darin stimmen wir mit dem VDH überein.

Seien Sie versichert, dass wir alles tun werden, um Schaden von unseren Rassen fernzuhalten. Bei Fragen wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an uns.

Peter Borchers  •  Erika Heintz  •  Dr. Jens Boyd

24. Juli 2009

 

 

In der rassespezifischen Zeitschrift „Sheltie News“ ist eine über alle Vereinszugehörigkeiten hinausreichende Gesundheitsumfrage der Shelties gestartet worden. Die Erhebung von entsprechenden Daten ist über einen längeren Zeitraum geplant und statistische Ergebnisse werden auch den Vereinen zu gegebener Zeit zur Verfügung gestellt.Mehr Informationen unter www.sheltie-news.de

Es wäre zu begrüßen, wenn auch möglichst viele Sheltiebesitzer/züchter des Clubs für Britische Hütehunde e.V. sich zum Wohl der Rasse an dieser Umfrage beteiligen.
 


 

OFFENER BRIEF AN ALLE COLLIE- UND SHELTIE- ZÜCHTER IM CfBrH e.V.

Liebe Züchter,
liebe Mitglieder,

wie Sie wahrscheinlich bereits erfahren haben, hat der Vorstand des VDH am 8. Juni 2009 aufgrund einer Beschlussempfehlung des Wissenschaftlichen Beirats entschieden, uns ein umfangreiches Zuchtprogramm für Collies und Shelties im Hinblick auf MDR-1 anzuweisen. Sollte dieses Zuchtprogramm durchgesetzt werden, dürften ab November diesen Jahres Hunde mit MDR-1 (+/-) und mit MDR-1 (-/-) nur noch mit Zuchtpartnern mit MDR-1 (+/+) verpaart werden - mit unserer Meinung nach verheerenden Auswirkungen auf die Zucht der benannten Rassen in Deutschland.

Die Entscheidung des VDH wurde dem Präsidium des CfBrH erst vorgestern offiziell zugestellt. Wir wurden vorab weder über die Beschlussempfehlung des Wissenschaftlichen Beirats informiert, noch darüber, dass der VDH-Vorstand auf seiner Sitzung am 8. Juni 2009 überhaupt über Zuchtmaßnahmen bei unseren Rassen entscheiden sollte. Uns wurde keine Gelegenheit gegeben, zu der anstehenden Entscheidung im Allgemeinen oder der Beschlussempfehlung des Wissenschaftlichen Beirats im Besonderen Stellung zu nehmen.

Ein gleich lautendes Schreiben erhielt der DCC. Seit Bekanntwerden dieses Schreibens verzeichnen wir heftige Reaktionen, die sich teils gegen den VDH teils gegen das Präsidium des Clubs richten. Ihre Frustration über die Entscheidung des VDH ist verständlich, und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, Sie in Form dieses Offenen Briefes umfassend über die Situation zu informieren:

(1) Bekämpfung erblicher Defekte als Zuchtziel
Die neue VDH-Zucht-Ordnung sieht vor, erbliche Defekte auch dann im Rahmen von Zuchtmaßnahmen zu bekämpfen, wenn sie keine gesundheitlichen Probleme nach sich ziehen. Jedoch sind dabei Abwägungen zu treffen mit den anderen Zielen der Rassehundezucht, nämlich der Festigung der rassespezifischen Merkmale, einer breiten Zuchtbasis sowie der Gesundheit und Vitalität der Hunde.

(2) Vorgehen beim Bekämpfen erblicher Defekte
Zur Bekämpfung erblicher Defekte sieht der VDH ein Drei-Phasen-Modell vor, in dem zunächst eine Datenerfassung (Screening) erfolgt, um dann mit wissenschaftlicher Begleitung evtl. Zuchtmaßnahmen durchzuführen, die die oben genannten Zuchtziele in Einklang bringen..

 

(3) Vereinbarung mit dem VDH bzgl. Vorgehen MDR-1
Im November letzten Jahres fand ein Treffen mit dem VDH statt, auf dem vereinbart wurde, im Rahmen des Drei-Phasen-Modells zunächst eine Erfassung der Daten durchzuführen: Das Jahr 2009 sollte dazu genutzt werden, mit den Züchtern der betroffenen Rassen über den Umfang des Screenings auf den Rassezüchtertagungen zu diskutieren und es in unseren Ordnungen zu verankern (deshalb auch die außerordentliche Hauptversammlung am Ende diesen Jahres). Im Jahr 2010 sollte dann mit der Datenerfassung begonnen werden.

Wie Sie sehen war das Präsidium des Clubs nicht untätig. Vielmehr haben wir uns umfassend mit dem Thema MDR-1 befasst und waren bei der Definition des geplanten Screenings weit fortgeschritten.

Umso mehr hat uns das Schreiben und die Entscheidung des VDH-Vorstands überrascht. Wir befinden uns derzeit in direktem Kontakt mit dem Vorstand des VDH, um zu klären, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist. Sobald wir Näheres hierzu und zum weiteren Vorgehen erfahren, werden wir Sie umgehend informieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Erika Heintz                                        Dr. Jens Boyd

 

 

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