Landesgruppe Niedersachsen

 

Collie Kurzhaar

 

Der Kurzhaarcollie (englisch Smooth-Collie) ist die pflegeleichte, robuste Variante des Langhaarcollies. Es gibt ihn ebenfalls in zobelweiß, tricolour und bluemerle. Auch die Größe entspricht dem Langhaarcollie.

In England wurden Kurzhaarcollies von Farmern für die Arbeit an der Herde gezüchtet, fanden sich aber bald auch auf Hundeausstellungen. Bereits 1870 gab es in eine eigene Bewertungsklasse für Kurzhaarcollies.

 

Hier auf dem Kontinent war der Kurzhaarcollie nahezu unbekannt. 1961 wurde ein Rüde und eine Hündin nach Deutschland importiert. Diese brachte im September 1961 den ersten Kurzhaarcolliewurf in Deutschland. Inzwischen gibt es einige wenige Liebhaber, die den seltenen Kurzhaarcollie züchten.

Der Kurzhaarcollie ist ein ausgezeichneter Familienhund, kinderlieb, leicht zu erziehen, nahezu ohne Jagdtrieb, daher auch gut in ländlicher Gegend zu halten, sehr verträglich anderen Hunderassen gegenüber. Er eignet sich sehr gut für den Hundesport (Breitensport, Agility, Begleithund oder Fährtenhund). Es gibt auch Kurzhaarcollies, die als Behindertenhund oder Rettungshund arbeiten.

Kurzhaarcollies haben für ihre Größe eine hohe Lebenserwartung, 14–15 Jahre sind keine Seltenheit.

 


 

FCI-Standard  Nr. 296  Collie Kurzhaar   vom 19.10.1988/D
Allgemeines Erscheinungsbild 
Ein Hund mit viel Intelligenz, Wachsamkeit und Aktivität, ist voller Würde, diese wird durch den perfekten Körperbau unterstrichen, wobei kein Teil unharmonisch sein darf. Insgesamt erscheint er fähig zum Arbeiten.
Charakteristika
Der Körperbau ist geprägt von Kraft und Aktivität, er ist frei von Plumpheit und ohne jede Spur von Grobheit. Der Ausdruck ist von größter Wichtigkeit. Betrachtet man die hierfür relevanten Merkmale, so wird er geprägt durch die vollkommene Ausgewogenheit und die richtige Zusammensetzung von Schädel und Vorgesicht, durch Größe, Form, Farbe und Sitz der Augen und durch korrekt angesetzte, richtig getragene Ohren.
Verhalten / Charakter (Wesen)
Fröhlich und freundlich, niemals nervös oder aggressiv
Kopf und Schädel
Die Besonderheit des Kopfes ist von großer Wichtigkeit; er muss im Verhältnis zur Größe des Hundes betrachtet werden. Von vorn oder von der Seite gesehen gleicht der Kopf einem gut abgestumpften, sauber geschnittenen Keil mit glatten Außenlinien. Der Schädel ist flach und verjüngt sich an den Seiten allmählich in einer glatten Linie von den Ohren bis zur Spitze der schwarzen Nase, ohne dass die Wangenknochen hervorstehen und ohne dass der Fang dünn und spitz wirkt. Im Profil betrachtet, verlaufen die obere Linie des Schädels und die des Vorgesichts parallel und gerade und sind gleich lang. Sie werden durch einen leichten, jedoch wahrnehmbaren Stopp oder Absatz geteilt. Der Mittelpunkt zwischen den inneren Augenwinkeln (der gleichzeitig das Zentrum eines korrekt platzierten Stopps ist) stellt den Mittelpunkt einer ausgewogenen Kopflänge dar. Das Ende des glatten, gut abgerundeten Vorgesichts ist stumpf, niemals quadratisch. Unterkiefer kräftig und gut geformt. Die Tiefe des Schädels, von den Augenbrauen zur Unterkante des Unterkiefers hin, darf niemals übermäßig sein (insgesamt nicht tief). Nase grundsätzlich schwarz.
Fang / Gebiss
Die Zähne sind von guter Größe. Kiefer kräftig, mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, d.h. wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Augen
Sehr wichtiger Punkt, sie geben dem Hund den lieblichen Ausdruck. Mittelgroß (auf keinen Fall sehr klein), etwas schräg eingesetzt, mandelförmig und von dunkelbrauner Farbe, ausgenommen bei den Blue-merles, bei denen die Augen häufig (eines oder beide ganz oder eines oder beide teilweise) blau oder blau gefleckt sind. Der Ausdruck ist voller Intelligenz, mit einem lebhaften und wachsamen Blick beim Lauschen.
Ohren
Mäßig groß, breiter am Ansatz, weder zu nahe beieinander auf dem Schädel, noch zu weit voneinander entfernt angesetzt. In der Ruhe zurückgelegt, jedoch sobald seine Aufmerksamkeit erregt wird, nach vorne gebracht und halbaufrecht getragen; d. h. annähernd zwei Drittel des Ohres stehen aufrecht und das obere Drittel kippt auf natürliche Art nach vorne bis unter die waagerechte Linie der Kippfalte.
Hals
Muskulös, kraftvoll, von angemessener Länge, gut gebogen.
Körper
Im Vergleich zur Schulterhöhe etwas länger, Rücken gerade und fest mit leichter Wölbung über der Lendenpartie. Rippen gut gewölbt. Tiefe Brust, dabei hinter der Schulter ziemlich breit.
Rute
Lang, ihr Knochenende reicht mindestens zu den Sprunggelenken. In Ruhe wird sie tief mit leicht aufgebogener Spitze getragen. Bei Erregung kann sie höher, jedoch niemals über dem Rücken getragen werden.
Gliedmaßen
Vorderhand: Schultern schräg und gut gewinkelt. Vorderläufe gerade und muskulös, wobei die Ellenbogen weder nach innen noch nach außen drehen, mit mäßig starken Knochen. Vorderläufe etwas „fleischig“, die Vorderfußwurzelgelenke sind geschmeidig und ohne Schwäche.
Hinterhand: Oberschenkel muskulös; trocken und sehnig unterhalb der gut gewinkelten Kniegelenke. Sprunggelenke tief stehend und kraftvoll.
Pfoten: oval, mit gut gepolsterten Sohlen. Zehen an den Vorderpfoten gut, an den Hinterpfoten etwas weniger aufgeknöchelt und dicht zusammenstehend.
Gangwerk / Bewegung
Ein unverkennbares, charakteristisches Merkmal dieser Rasse. Ein gut gebauter Hund dreht niemals die Ellenbogen aus, dennoch kommen sich die Vorderpfoten in der Bewegung verhältnismäßig nahe. Strickendes, kreuzendes oder rollendes Gangwerk ist höchst unerwünscht. Von hinten betrachtet stehen die Hinterläufe von den Sprunggelenken zum Boden parallel. Von der Seite gesehen ist die Bewegung fließend. Hinterläufe kraftvoll mit starkem Schub. Ein entsprechend raumgreifender Schritt ist erwünscht, dieser sollte leicht und mühelos sein.
Haarkleid
Kurz, flach, Deckhaar von harter Struktur, mit dichter Unterwolle. Darf nicht getrimmt oder geschnitten werden. Farbe: drei anerkannte Farben: Zobelfarben – weiß, Tricolour und Blue-merle.
Farben
Zobelfarben: Jede Schattierung von hellem Gold bis zum satten Mahagoni oder schattiert zobelfarben. Hell stroh- oder cremefarben ist höchst unerwünscht.
Tricolour: Vorwiegend schwarz mit satten, lohfarbenen Abzeichen an Kopf und Läufen. Ein Rostschimmer im Deckhaar höchst unerwünscht.
Blue-merle: Vorwiegend klares, silbriges Blau, mit schwarzen Flecken oder schwarz marmorierter Zeichnung. Satte lohfarbene Abzeichen sind erwünscht, ihr Fehlen sollte jedoch nicht bestraft werden. Große schwarze Flecken, Schieferfarbe oder ein Rostschimmer sowohl im Deckhaar als auch in der Unterwolle sind höchst unerwünscht.
Weiße Abzeichen
Alle vorgenannten Farben können die für den Collie typischen weißen Abzeichen mehr oder weniger aufweisen. Folgende Zeichnung ist vorteilhaft: ganz oder teilweise weiße Halskrause, weiße Brust, Läufe und Pfoten, weiße Rutenspitze. Auf dem Vorgesicht und/oder am Schädel darf eine Blesse vorhanden sein.
Größe und Gewicht
Widerristhöhe: Rüden 56 bis 61 cm, Hündinnen 51 bis 56 cm
Gewicht: Rüden 20,5 bis 29,5 kg, Hündinnen  18,0 bis 25,0 kg
Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Anmerkung
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

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